Nach dem verlorenen Auftaktspiel unserer FCC-Frauen zuhause gegen die TSG (1:4) ging es für die Mannschaft von Trainer Florian Kästner zum VfL Wolfsburg, der an diesem Wochenende seinen 80. Geburtstag feiert. Ziel unseres FCC war es natürlich nicht, die Reise nach Niedersachsen als braver Gratulant anzutreten, sondern die hochfavorisierten Hausherrinnen bestmöglich zu ärgern. Diese wiederum ärgerten sich bereits vor Wochenfrist, als sie in Hamburg - den Dreier fast schon in der Tasche - noch zwei Punkte gegen die Aufsteigerinnen vom HSV aus den Händen gaben. Entsprechend konzentriert wollten die Wölfinnen das Spiel gegen unseren FCC angehen, um mit einem Dreier im heimischen AOK-Stadion einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Jubiläumsfeierlichkeiten zu leisten.
Unser FCC startete ohne die etatmäßige Kapitänin Merza Julevic in die Partie - eine taktische Maßnahme des Trainers. Für sie trug Abwehrchefin Toma Ihlenburg die Kapitänsbinde. Und sie sollte mit ihren Kolleginnen von Beginn an jede Menge zu tun bekommen. Gleich in der ersten Minute einer druckvollen Anfangsphase der Gastgeberinnen sorgte Wolfsburgs Küver für die erste Torchance der Wölfinnen. Und auch wenn in den ersten Minuten bei Weitem nicht alles bei den Gastgeberinnen klappte, so dominierten sie das Spielgeschehen, während unser FCC sich darauf konzentrierte, die Null zu verteidigen, und dabei dennoch immer wieder mit hohem Attackieren Nadelstiche zu setzen. Der VfL hielt die Zügel in der Hand, konnte aber für keine wirkliche Torgefahr sorgen. Nach einer knappen Viertelstunde dann die erste Ecke für unsere FCC-Frauen, die sich langsam dem Wolfsburger Tor annäherten. Nach 20 Minuten standen auf Wolfsburger Seite bereits fünf Eckbälle zu Buche. Doch der VfL konnte weder aus seinen Standards, noch aus dem Spiel heraus die Überlegenheit in echte Torgefahr ummünzen. In der 22. Spielminute war dann unser FCC mit dem Glück im Bunde, als nach einem Kopfball von Popp der Ball von einem an den anderen Innenpfosten klatschte. Es war die erste wirkliche Großchance der Partie, in der unser FCC insgesamt nur wenig zuließ - das Ergebnis ihrer bis dahin deutlich positiven Zweikampfbilanz. Nach einer knappen halben Stunde war es wieder einem gewonnenen Zweikampf von Josephine Bonsu zu verdanken, die im eigenen Strafraum Cora Zicai noc vor dem möglichen Abschluss vom Ball trennte (29.), dass "die Null" weiter Bestand hatte. Als sich Minuten später Wedemeyer bis in den Strafraum und dort zur Grundlinie durcharbeitete und dann den Ball zurücklegte, wurde es nur kurz gefährlich - da Wolfsburg letztlich keine Adressatin fand, die die Vorarbeit hätte nutzen können (34.). Aber der Druck der Hausherrinnen nahm insgesamt zu. In der 35. Minute kratzte Huth den Ball von der Torauslinie, legte diesen zurück auf Dijkstra, die den Ball dann aus Nahdistanz über den kurzen Pfosten jagte. Der VfL erhöhte in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit den Druck nochmals deutlich, der sich dann in der 42. Spielminute im 1:0 für die Wölfinnen entlud. Nach einer Flanke von Kielland aus dem rechten Halbfeld war Minge mit einer sehenswerten Direktabnahme zur Stelle und traf aus etwa 11 Metern Torentfernung zur Wolfsburger Führung.
Beide Teams kamen personell unverändert aus den Katakomben des Wolfsburger AOK-Stadions zurück auf den Rasen. Keine zwei Minuten waren gespielt, da brachte eine Jenaer Ecke - getreten von Steffi Schmid - von der echten Seite eine erste große Chance. Toma Ihlenburg stieg am zweiten Pfosten am höchsten und köpfte den Ball denkbar knapp am Kreuzeck vorbei (47.). Die zehnte Ecke des VfL (54.) brachte dann wieder Gefahr fürs Jenaer Tor, als Popps Kopfball knapp am zweiten Pfosten vorbeiging. Kurz darauf machte es Jena deutlich besser: Felicia Sträßer setzte mit einem gefühlvollen Ball Isabella Jaron in Szene, die im Strafraum im Zweikampf mit Wolfsburgs Dijkstra kurz einhakte, sich den Ball auf den linken Fuß legte und dann überlegt ins lange Eck zum vielumjubelten 1:1 einschob. Es blieb auch danach dabei: Der VfL hatte zwar mehr vom Spiel - aber die großen Chancen für die haushohen Favoritinnen blieben aus, da Jena leidenschaftlich und geschlossen verteidigte. Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld war Wolfsburgs Camilla Küver mit dem Kopf zur Stelle, doch auch sie konnte das Tor von Hannah Etzold nicht wirklich in Bedrängnis bringen (80.). Jena hatte die Sensation des Punktgewinns vor Augen, als dann zwei Minuten später doch noch das Tor für die Wölfinnen fiel. Nach einem Ball von Huth auf Zicai, zog diese aus zentraler Position ab, schoss dabei Jenas Felicia Sträßer an, von der der Ball unhaltbar für Etzold ins Jenaer Tor ging. Extrem unglücklich! Beerensteyn hätte kurz darauf den Sack zu Gunsten des VfL endgültig zubinden können, doch scheiterte sie im Eins-gegen-eins zunächst an der glänzend parierenden Hannah Etzold im Jenaer Kasten (86.). Als dann - der bis dahin stark spielenden - Josefine Bonsu ein Rückspiel auf Hannah Etzold zu kurz geriet, war es dann doch Beerensteyn, die dies eiskalt zum 3:1 ausnutzte (88.) und damit den Deckel auf die Partie machte. Somit entschieden die Wölfinnen spät ein Spiel zu ihren Gunsten, in dem ein starker FCC lange Zeit am Punktgewinn schnupperte.
Spielstatistik
Mannschaftsaufstellungen:
FCC: Etzold - Schmid, Ihlenburg (C), Sträßer - Bonsu, Reske (73. Margraf), Gora (65. Andersson), Juckel - Gentile - Tietz (87. Haering), Jaron
VfL: Johannes - Dijkstra, Minge, Huth, Popp (C), Levels, Küver, Kielland (75. Beerensteyn), Wedemeyer (75. Byelde), Endemann (67. Peddemors), Zicai (88. Parera)
Tore:
1:0 Minge (42.)
1:1 Jaron (55.)
2:1 Zicai (82.)
3:1 Beerensteyn (88.)
Zuschauer:
3.400
Schiedsrichterinnen:
Nadine Westerhoff
Lea Bramkamp / Silke Fritz (Schiedsrichterassistentinnen)