Viel Zeit zum Verschnaufen hatten beide Teams vor diesem Duell nicht. Noch am Montag war RB Leipzig beim SC Freiburg mit 4:2 erfolgreich, während unsere FCC-Frauen am Sonntag zuhause Bayer Leverkusen mit 2:4 unterlagen. Die unterschiedlichen Ergebnisse des vergangenen Spieltags spiegelten sich dann auch in den Aufstellungen beider Teams an diesem Donnerstagabend am Leipziger Cottaweg wider. Während RBL-Trainer Jonas Stephan exakt dem selben Team wie im Breisgau vertraute, nahm FCC-Trainer Florian Kästner gleich sieben Veränderungen in der Startelf vor - ein deutliches Signal. Jena agierte mit einer 5er-Abwehrkette gegen den Ball - es galt, die Defensive zu stärken und zu alten Abwehrtugenden zurückzufinden.
Im siebenten Aufeinandertreffen der beiden Teams - drei Mal siegte bisher RB, zwei Siege konnte unser FCC einfahren - waren zunächst die Hausherrinnen tonangebend, auch wenn in den Anfangsminuten keine Chancen zu notieren waren. Es dauerte zehn Minuten bis zu den ersten beiden, direkt aufeinanderfolgenden Ecken des Spiels für RB, die Jena jedoch verteidigte. Der FCC konzentrierte sich auf defensive Stabilität, während RB mit großem Spielanteil das Geschehen kontrollierte, ohne jedoch für echte Torgefahr zu sorgen, so dass die ersten fast 20 Minuten im Grunde ohne Höhepunkte verstrichen - bis dann ein Ball von RB-Spielerin Marlene Müller von der linken Seite gefährlich vors Jenaer Tor kam, was der FCC zur Ecke klären konnte. Diese fand dann den Kopf von Delice Boboy, die den Ball verlängerte und zu Emilia Asgeirsdottir brachte, die dann aus Nahdistanz zum 1:0 für RB Leipzig einköpfte - im Grunde mit der ersten, echten Möglichkeit. Das Tor beflügelte die Hausherrinnen, die in den Minuten unmittelbar danach mit Distanzschüssen für Torgefahr sorgten. Nelly Juckel machte es RB nach und zog aus gut 25 Metern ab und traf die Latte (23.). Im Gegenzug war es wieder die Leipziger Torschützin, die nach einem Umschaltmoment auf das Jenaer Tor zulief, es aber - gestört von Nelly Juckel - nicht vermochte, auf 2:0 zu stellen (24.). Schaschnig versuchte es dann auch mit einem Schuss von der Strafraumkante, den aber Jasmin Janning im Jenaer Kasten entschärfen konnte (25.). So ereignisarm die Minuten bis zum 1:0 waren, so munter war nun die Partie in der Folgezeit. Durchatmen dann in der 28. Spielminute: Das Jenaer Netz zappelte, aber die Fahne ging hoch wegen einer hauchzarten Abseitsstellung der Gastgeberinnen. Kurz darauf war es Jenas Noemi Gentile, die wunderbar im gegnerischen Strafraum freigespielt wurde, aber ebenfalls knapp im Abseits stand. Dennoch: 5:1-Torschüsse zu Gunsten von RB bis zu diesem Zeitpunkt belegten, dass der Zwischenstand dem Spielverlauf entsprach. Nach einer durchaus ereignisreichen Phase beruhigte sich dann das Spiel in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit wieder, so dass es mit der verdienten, aber eben auch knappen Führung von RB in die Halbzeitpause ging.
FCC-Trainer Florian Kästner nahm zur Pause einen Doppelwechsel vor und brachte Felicia Sträßer und Isabella Jaron für Merza Julevic und Nelly Juckel in die Partie. Drei Minuten waren gespielt, da hatte RB die erste große Möglichkeit des zweiten Spielabschnitts: Leipzigs Lisa Baum flankte ungestört von der rechten Seite und fand die völlig freistehende Boboy im Jenaer Strafraum, deren Kopfball jedoch am Kasten vorbeiging (48.). Nach 52 Minuten dann der erste Eckball für den FCC. Zwar brachte dieser nichts ein, aber er war ein erstes offensives Zeichen, dem in der 54. ein weiterer Jenaer Eckball folgte. Der FCC war nun etwas mutiger und versuchte, auch nach vorn mehr Akzente zu setzen. Jena war präsenter, aber es fehlten die Abschlüsse. Das Spiel im zweiten Durchgang war nun wesentlich ausgeglichener. Doch dann der Schock für Jena in der 75. Spielminute, als Bente Fischer Leipzigs Boboy foulte, die mit Tempo Richtung Strafraum zog und so - allerdings knapp vor dem Sechzehner - gestoppt wurde. Doch Schiedsrichterin Wacker zeigte auf den Punkt, von wo Annabel Schaschig zum 2:0 verwandelte (76.). Das war bitter - zumal der FCC bis zu dieser Fehlentscheidung das Spiel offen gestalten und weiter auf Zählbares hoffen konnte. Damit war das Spiel im Grunde entschieden. Zwar gab sich der FCC, der sich gegenüber dem 2:4 gegen Bayer Leverkusen klar verbessert zeigte, in den Folgeminuten nicht auf, konnte aber dem Spiel ohne offensive Durchschlagskraft keine Wendung mehr geben.
Damit blieben die drei Punkte in Leipzig, während unser FCC trotz Leistungssteigerung ohne Zählbares wieder die Heimreise antreten musste. Für ihn geht es dann am Sonntag (09.11., 12 Uhr) weiter, wo im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld die SGS Essen zum Kellerduell wartet.
Spielstatistik
Mannschaftsaufstellungen:
FCC: Janning - Bonsu,Fischer, Ihlenburg, Mummert (77. Gora), Juckel (46. Sträßer) - Julevic (46. Jaron), Reske (62. Andersson), Mühlemann - Gentile, Tietz (74. Reuter)
RBL: Herzog - Norheim, Joly (86. Graf), Asgeirsdottir (77. Dudek), Chmielinski (86. Oteng), Baum, Schasching, Boboy (90. Kadowaki), Krug, Lancenberger, Müller
Tore:
1:0 Asgeirsdottir (20.)
2:0 Schasching (76. FE)
Zuschauer:
853
Schiedsrichterinnen:
Karoline Wacker (Silke Fritz / Simone Hoffmann)